Kritik: „Brooklyn Nine-Nine“

Abends sind wir aktuell ziemlich geschafft. Da durstet es einem nach mehrstündigem Wickeln, Stillen, Umhertragen, Bespaßen, Trösten und Kuscheln eher nach leichter Kost als nach tiefgründigem Drama. Da kam es uns in den letzten Tagen gerade recht, dass Netflix vor Kurzem die 1. Staffel von „Brooklyn Nine-Nine“ ins Programm aufgenommen hat. Die Comedy rund um das Team des 99. Reviers darf man nicht allzu ernst nehmen, die Aufklärung der einzelnen Fälle ist nur Nebensache. Vielmehr ist Gehirn ausschalten und Spaß haben angesagt. „Brooklyn Nine-Nine“ besticht vor allem durch den spielfreudigen Cast und die grundverschiedenen Charaktere. Da wären der kindische Jake Peralta, die strebsame, öfter ins Fettnäpfchen tretende Amy Santiago, der liebevolle, leicht cholerische Terry Jeffords, die agressiv wirkende Rosa Diaz, der tollpatschige Charles Boyle, die neugierige und arbeitsscheue Assistentin Gina Linetti sowie Captain Raimond Holt, bei dem man aufgrund seiner immer gleichen Mimik nie weiß, ob er gerade sauer oder belustigt ist.

Vom Stil her erinnert „Brooklyn Nine-Nine“ aufgrund der zahlreichen Rückblenden, der durchgeknallten Ideen und abgedrehten Einlagen („Boyle-Bingo“)  sowie der visualisierten Gedanken ein wenig an „30 Rock“ oder „Scrubs“. Ernstere Töne, wie sie manchmal bei „Scrubs“ vorkommen, versucht man jedoch vergebens. Hier ist alles auf absurde Komik ausgelegt. Warum auch nicht? Aktuell läuft „Brooklyn Nine-Nine“ freitags um 21.10 Uhr auf RTL Nitro.

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