Einmal Amerika und zurück (Teil 3)

Endlich komme ich dazu, den Reisebericht über unseren USA/Kanada-Trip fortzuführen (Teil 1 und 2 waren bereits vor einiger Zeit entstanden).

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Tag 7: Das Wetter hatte sich seit dem regnerischen Vortag nicht großartig gebessert. Statt Regen begrüßte uns nun starker Nebel. So gab es die Sehenswürdigkeiten von Toronto (u. a. den CN Tower) nur leicht verschwommen zu bestaunen. Entweder haben wir eine abgespeckte Stadtführung erhalten oder Toronto hat nicht so viel Interessantes zu bieten (ich lasse mich gerne eines Besseren belehren), zumindest ist mir die Stadt nicht allzu sehr im Gedächtnis haften geblieben. Aber auch hier kann das Thema Wetter eine große Rolle gespielt haben. Irgendwie erhalten Städte durch Sonnenschein gleich eine ganz andere Atmosphäre. Allzu lange haben wir uns nicht in Toronto aufgehalten, eigentlich schade. Es hätte bestimmt noch einiges zu entdecken gegeben. So machten wir uns relativ früh auf den Weg zu den Niagarafällen (kanadische Seite).

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Kaum an den imposanten Wasserfällen angekommen, änderte sich auch schlagartig das Wetter. Seit Langem schien endlich mal wieder die Sonne. Herrlich. Doch auf uns wartete eine kleine Enttäuschung. Da noch wenige Tage zuvor Minustemperaturen geherrscht hatten, waren die Niagarafälle voller Eis. Aus diesem Grund wurden sämtliche Fahrten mit der Maid of the Mist abgesagt. Dabei hatte ich mich so sehr darauf gefreut, die Niagarafälle von der Nähe aus bestaunen zu können. Zumal wir eine der Ersten gewesen wären, die mit den neuen Katamaranen gefahren wären. Sei es drum. Nun kennen wir stattdessen die Niagarafälle aus so ziemlich jedem Winkel.

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Auch der Stadt haben wir aus Neugierde einen Besuch abgestattet. Klischeehafter könnte es nicht sein. Bunt wie ein Bonbon kommt sie daher, überladen mit riesigen Figuren, Fressbuden und Spielzentren. Passend zu dem beeindruckenden Naturschauspiel hätten man die Stadt viel schöner anlegen können. Vielleicht hat hier aber das Motiv Geldeinnahmen überwogen. Abends haben wir uns die Niagarafälle dann noch einmal in beleuchtetem Zustand angeschaut. Leider haben die Farben nicht so oft gewechselt, sodass es kaum Abwechslung gab. Aber das Ausharren in der Kälte hat sich trotzdem gelohnt. Nur das Hotel (Days Inn Clifton Hill) war nicht so schön. Anstelle einer Decke gab es nur ein dünnes Laken. Notgedrungen musste ich mich zusätzlich mit dem Überwurf zudecken, da es zu der Jahreszeit in der Nacht doch relativ kalt sein kann.

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Tag 8+9: Der achte Tag bestand hauptsächlich aus stundenlangem Bus fahren (und einem abendlichen Mallbesuch). In Washington wurden wir für die „Strapazen“ mit dem Crowne Plaza Tysons Corner mit dem schönsten und komfortabelsten Hotel der ganzen Reise entschädigt. Ich glaube, wenn wir alleine und nicht in der Gruppe gereist wären, hätten wir uns das Zimmer nicht leisten können. Auch das Frühstück (endlich mal wieder Brot und nicht immer süßen Toast u.ä.) war perfekt. Wenn ich noch einmal in die USA fliegen würde, würde ich mir auf alle Fälle Washington erneut anschauen. Die Gebäude wie das Capitol, das Washington Monument oder das Lincoln Memorial wie auch die Stadt an sich haben mich nachhaltig beeindruckt. Auf unserer Führung haben wir natürlich auch die Gräber der Kennedybrüder auf dem Arlington Friedhof, das Weiße Haus (inklusive großem Polizeiaufgebot) und das J. Edgar Hoover Building zu Gesicht bekommen.

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Ganz zu schweigen von dem Angebot an unterschiedlichen Museen, die allesamt kostenlos zu besichtigen sind. Uns hat es ins National Air and Space Museum (solch eine Anzahl an Flugzeugen und ähnlichen Objekten habe ich noch nicht gesehen) sowie ins National Museum of Natural History verschlagen, bevor wir an der Abendfahrt teilgenommen haben. In der Abenddämmerung sowie später in künstliches Licht getaucht erschien die Stadt gleich noch ein wenig schöner. Ich glaube, hier könnte ich mich auch über einem längerem Zeitraum wohlfühlen (im Gegensatz zum hektischen New York).

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Einmal Amerika und zurück (Teil 2)

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Tag 4+5: Nach drei Tagen hatten wir uns langsam an das relativ frühe Aufstehen, das kalorien- und fettreiche Frühstück sowie die langen Busfahrten gewöhnt. Ein tägliches Ritual hatten wir auch schon entwickelt: Bevor es losgeht, noch schnell auf den Programmplaner geschaut, damit man auch genau weiß, wohin es geht! Ah ja, heute also Montréal. Da wir noch reichlich Zeit hatten, bis die Stadtführerin zu uns stoßen sollte, haben wir noch einen kleinen Extraausflug zum Olympiastadion, wo 1976 die Olympischen Spiele ausgetragen wurden, eingeschoben. Sofort fällt der 175 m hohe Turm ins Auge, der stark zur Seite geneigt ist und von Drahtseilen in seiner Position gehalten wird. Vielmehr ist jedoch nicht zu bestaunen, denn zahlreiche Sportstätten wurden umfunktioniert. Das ehemalige Velodrom ist heute ein Biodôme, wo die vier unterschiedlichen Ökosysteme bestaunt werden können. Hierfür war die Zeit aber wiederum zu knapp.

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Angeleitet von der Reiseführerin ging es anschließend hinaus zum Mont Royal, der der Stadt seinen Namen verliehen hat. Die Aussicht war ganz gut, aber auch nicht überragend. Mit dem Bus ging es weiter zur berühmten Formel-1-Strecke Circuit Gilles-Villeneuve. Mit einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h meisterten wir den Pacours ohne größere Probleme 😉 (kurzer Stopp an der Start- und Ziellinie inklusive). Auch wenn ich seit Jahren kein Formel-1-Rennen mehr gesehen habe, hat es mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Wann kommt man sonst schon einmal dazu, mit einem Bus auf solch einer Strecke zu fahren? Zum Abschluss der Besichtigungstour haben wir noch kurz Halt an der Basilque Notre-Dame gemacht, die mich jedoch nicht sonderlich beeindruckt hat. Der zweite Tag in Montréal stand zur freien Verfügung. Wir sind hauptsächlich die Straßen und Gassen zu Fuß abgelaufen und waren in den riesigen Malls shoppen…

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Tag 6: Als nächstes warteten auf uns die Thousand Islands, die am Abfluss des St-Lawrence-Stroms in den Ontario-See liegen. Klingt eigentlich sehr interessant. Aus diesem Grund haben wir dann auch das Zusatzangebot wahrgenommen und haben an der Bootsfahrt entlang der großen und kleinen Inseln teilgenommen. Doch viel zu sehen und zu hören gibt es auf der Fahrt eigentlich nicht. Die Inseln, teilweise nur mit einem einzigen Häuschen bebaut, sind teilweise zu weit entfernt, um Einzelheiten gut erkennen zu können. Einzig das verspielte Boldt Castle wusste unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. George C. Boldt, Betreiber des Waldorf-Astoria-Hotels, begann 1894 aus Liebe zu seiner Frau mit dem Bau des Wohnhauses. Als diese jedoch 1904 unerwartet verstarb, wurden unvermittelt die Bauarbeiten eingestellt. So wurde das Werk nie vollendet. Außen ist eine wunderschöne Fassade zu betrachten, im Innern sollen Treppen ins Nichts führen. Nach dem Ende der Bootstour machte sich unser Grüppchen auf in Richtung Toronto. Dort angekommen, regnete es in Strömen. Da wir am nächsten Tag laut Programmplaner eh mehr von der Stadt sehen sollten, entschlossen wir uns (mal wieder) die nahgelegene Mall aufzusuchen.

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Einmal Amerika und zurück (Teil 1)

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Jetzt ist es fast schon wieder ein halbes Jahr her, dass Monsieur Watson und ich den Sprung über den großen Teich gewagt haben. Die Erinnerungen sind aber noch derart präsent, als wäre wir erst gestern entlang der Niagarafälle spaziert. Bevor wir jedoch Ende April aufgebrochen sind, stand die große Frage im Raum „Wo genau soll es denn eigentlich hingehen“? Da wir uns nicht so recht einigen konnten oder wollten, hatten wir uns dazu entschlossen, eine geführte Busreise mit dem schönen Titel „USA & Kanada − Der Osten“ zu buchen. (Na gut, mit diesem Bus sind wir nicht gefahren, aber ich kam nicht umhin, die berühmten gelben Schulbusse zu fotografieren…).

Tag 1: Den Langstreckenflug, unser erster überhaupt, haben wir glücklicherweise ohne Wehwehchen oder ähnliches überstanden. Doch nach der Landung stand bereits die erste Prüfung in der Ferne an: Entgegen der Information der Reiseleitung wartete auf uns am Flughafen Newark kein Abholservice. Was tun? Sonst fällt es einem in der Regel nicht allzu schwer, Englisch zu verstehen und zu sprechen, wenn es jedoch darauf ankommt, gerät man doch schnell ins Stottern. Trotzdem gelang es uns per Sky Train zu einem speziellen Terminal zu gelangen und von dort den hoteleigenen, kostenlosen Busservice per Telefon zu bestellen. Schon wartete die nächste Frage auf uns: Bekommt der Fahrer nun ein Trinkgeld von uns oder nicht? Wir haben uns für ja entschieden, denn viele Angestellten sind in den USA auf ein Trinkgeld angewiesen (so steht es zumindest in der einschlägigen Reiseliteratur). Da das Flughafenhotel sowie die Umgebung nicht viel zu bieten hatten, haben wir uns an dem Tag hauptsächlich nur noch vom Jetlag erholt.

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Tag 2: Am Morgen haben wir unsere Mitstreiter kennengelernt: Eine bunt gemischte Truppe zwischen 20 und 70 Jahren. Glücklicherweise waren wir inklusive Reiseleitung und Fahrer nur 19 Leute, so gestalteten sich die einzelnen Ausflüge relativ problemlos. Nach dem Frühstück, das auch in den nächsten Tagen typischerweise aus Rührei, Würstchen, Bacon, French Toast & Co. bestehen sollte, ging es los nach Boston. Während der Fahrt konnten wir einen Blick auf die verschiedenen Regionen Neuenglands werfen. Das Wetter wollte jedoch  nicht so recht mitspielen, daher wurden die Sehenswürdigkeiten, für die einfach der Freedom Trail abgelaufen werden muss, fast schon ein bisschen im Schnellverfahren abgeklappert.

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Ein kurzer Blick in die King’s Chapel, hinein in den Stadtpark Boston Common und am State House Halt gemacht, nicht die Prachtstraße Bacon Hill vergessen. Zum Mittagessen ging es hinein in den Quincy Market, wo man von der Masse an verschiedenen Speisen fast schon erschlagen wird. Welch ein Gewusel! Vielleicht mag es am Wetter gelegen haben, vielleicht an dem Eilmarsch, Boston wollte sich uns nicht erschließen. Ich glaube, die Stadt hat viel mehr zu zeigen, als wir zu sehen bekommen haben. Schließlich hat sie einige geschichtsträchtige Gebäude und Plätze zu bieten. Für Boston solltet ihr ruhig ein wenig Zeit einplanen, zumal die Stadt nicht allzu überlaufen schien. Schade, dass wir diese nicht hatten.

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Tag 3: Nach Boston stand Québec auf dem Programm. Je näher wir an die kanadische Grenze gerieten, desto weniger wurde Englisch gesprochen (unsere Französischkenntnisse sind doch stark eingerostet, wie wir leider feststellen mussten) und umso kälter wurde es. Schnell haben wir gemerkt, dass es in Kanada auch Ende April noch relativ kühl sein kann, die Ausläufe des Winters, der zumal als einer der kältesten seit Jahren galt, waren noch deutlich zu spüren. Dafür wurden wir in Québec mit einer urigen und einladenden Innenstadt entlohnt. Die europäischen Einflüsse sind an allen Ecken und Enden deutlich zu spüren. Von Kitsch und Leuchtreklamen, wie wir sie später noch in New York kennenlernen sollten, war hier keine Spur. Mich wundert es nicht, dass die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Schon gerieten wir ins Träumen: Wie schön mag es wohl sein, bei Sonnenschein auf der Promande zu flanieren und einen Blick über den St. Lorenz-Strom zu werfen? Über allem trohnt das Château Frontenac, das inzwischen zu einem Hotel umfunktioniert wurde.

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Nachdem wir ausgiebig die Ober- und Unterstadt besichtigt und das ein oder andere Mitbringsel erstanden haben (wer gut zu Fuß ist, kann sich die Fahrt mit dem kostenpflichtigen Lift sparen, denn die Treppen sind schnell geschafft), haben wir noch ein wenig die Stadtmauer genauer unter die Lupe genommen. Schließlich verfügt Québec als einizige nordamerikanische Stadt noch über eine Stadtmauer. Wir bekam auch noch die Gelegenheit uns die Stadt bei Nacht anzuschauen. Ok, Nacht stimmt nicht so ganz, denn die Sonne ist relativ schnell untergangen. Einfach ein toller Anblick, viele Schaufenster sind wundervoll illuminiert.

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