Kritik: „Brooklyn Nine-Nine“

Abends sind wir aktuell ziemlich geschafft. Da durstet es einem nach mehrstündigem Wickeln, Stillen, Umhertragen, Bespaßen, Trösten und Kuscheln eher nach leichter Kost als nach tiefgründigem Drama. Da kam es uns in den letzten Tagen gerade recht, dass Netflix vor Kurzem die 1. Staffel von „Brooklyn Nine-Nine“ ins Programm aufgenommen hat. Die Comedy rund um das Team des 99. Reviers darf man nicht allzu ernst nehmen, die Aufklärung der einzelnen Fälle ist nur Nebensache. Vielmehr ist Gehirn ausschalten und Spaß haben angesagt. „Brooklyn Nine-Nine“ besticht vor allem durch den spielfreudigen Cast und die grundverschiedenen Charaktere. Da wären der kindische Jake Peralta, die strebsame, öfter ins Fettnäpfchen tretende Amy Santiago, der liebevolle, leicht cholerische Terry Jeffords, die agressiv wirkende Rosa Diaz, der tollpatschige Charles Boyle, die neugierige und arbeitsscheue Assistentin Gina Linetti sowie Captain Raimond Holt, bei dem man aufgrund seiner immer gleichen Mimik nie weiß, ob er gerade sauer oder belustigt ist.

Vom Stil her erinnert „Brooklyn Nine-Nine“ aufgrund der zahlreichen Rückblenden, der durchgeknallten Ideen und abgedrehten Einlagen („Boyle-Bingo“)  sowie der visualisierten Gedanken ein wenig an „30 Rock“ oder „Scrubs“. Ernstere Töne, wie sie manchmal bei „Scrubs“ vorkommen, versucht man jedoch vergebens. Hier ist alles auf absurde Komik ausgelegt. Warum auch nicht? Aktuell läuft „Brooklyn Nine-Nine“ freitags um 21.10 Uhr auf RTL Nitro.

Kritik: „30 Rock“

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© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Ich habe für euch wieder eine Serienperle ausgegraben: „30 Rock“. Die von Tina Fey entwickelte Comedyserie — wie sollte es in Deutschland auch anders sein — wurde damals im Nachtprogramm versendet. Dieses Mal bei ZDF Neo. Dort erreichte sie am Premierentag eine sensationelle Einschaltquote von 0,0 Prozent. Mit 5000 Zuschauern lag sie unter dem Messbereich. Kein Wunder, wurde doch kaum Werbung für diese wunderbare Serie gemacht, die ich mir ausschließlich im Originalton angeschaut habe, da bei Comedyserien durch die Übersetzung meist einige Witze verloren gehen (ist mir besonders bei „Friends“ aufgefallen).

Wer absurde Comedy à la „Scrubs“ inklusive zahlreichen Rückblenden liebt, ist bei „30 Rock“ genau richtig. Man darf die Serie und die Geschichten nicht allzu ernst nehmen. Stattdessen sollte man sich entspannt zurücklehnen und einfach Spaß haben. Die Serie spielt hinter den Kulissen einer fiktiven Sketchsendung, die auf NBC ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt stehen die chaotische Chefautorin Liz Lemon (Tina Fey), die sich mit ihren exzentrischen Hauptdarstellern Jenna Maroney (Jane Krakowski) und Tracy Morgan (Tracy Jordan) herumschlagen muss. Rat (nicht nur bei beruflichen, sondern auch regelmäßig bei persönlichen Problemen) sucht sie immer wieder bei ihrem Boss Jack Donaghy (Alec Baldwin), der sich selbst als Liz‘ persönlicher Mentor empfindet und quasi seine Lebensaufgabe darin sieht, sie mit seinen Ratschlägen durchs Leben zu leiten. Man mag vom Privatmenschen Alec Baldwin mit seinen Wutausbrüchen halten was man möchte, die Rolle des selbstbewussten, von sich überzeugten und seiner Meinung nach unschlagbaren Networkchef ist wie für ihn gemacht.

Der Charakter Liz Lemon mit all seinen Problemen ist so herrlich normal, dass ich mich manchmal darin wiederfinde. Außerdem mal schön zu sehen, dass nicht wie so oft eine Zwanzigjährige im Fokus steht. Nicht vergessen darf man den stets liebenswürdigen und naiven Pagen Kenneth und all die anderen Sidekicks mit ihren Macken, die die Serie so sehenswert machen.