Kritik: „Veronica Mars“

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Immer wenn ich von der hervorragenden Serie „Veronica Mars“ mit Kristen Bell erzähle, blicke ich häufig in fragende Gesichter. Kein Wunder, hatte es das ZDF doch mal wieder geschafft, die Serie im Nachtprogramm zu versenden. Ich bin auf die Serie auch erst vor einigen Jahren durch meine geliebte Serienjunkies-Seite aufmerksam geworden. Inzwischen habe ich auch die Törtchentante mit meiner Leidenschaft für „Veronica Mars“ angesteckt. Schade nur, dass einzig 3 Staffeln gedreht wurden. Eigentlich war noch ein weitere Staffel angedacht, nur wurde die Serie zuvor eingestellt. Dementsprechend endet die dritte Staffel auch mit vielen offenen Fragen. So vielen Fragen, dass die Serie nun reanimiert wurde — und zwar in Form eines Films. Dank Kickstarter kamen genügen Spendengelder zusammen, dass derzeit ein „Veronica Mars“-Film gedreht wird. Fast alle Schauspieler, von denen sich ein Großteil auch persönlich für den Film eingesetzt hat, ist zum Glück wieder dabei.

Worum geht es nun in „Veronica Mars“? Veronica, früher beliebtes Highschool-Mädel, nun Außenseiterin, ist die Tochter des ehemaligen Sherrifs der Stadt, der nach seiner Absetzung als Privatdetektiv arbeitet. Gleich dem Vater widmet sich Veronica ihren ganz eigenen Fällen an der Neptune High. Klingt im ersten Moment wie eine Teenieserie, ist sie aber dank des Dialogwitzes und einer ironisch aufgelegten Veronica Mars nicht. Nebenbei versucht sie auch noch den Mord an ihrer besten Freundin, der Schwester ihres Ex-Freundes, aufzuklären und herauszufinden, wer sie auf einer Party vergewaltigt hat.

„Veronica Mars“ ist spannend gemacht. Ne komplizierte Liebesgeschichte gibt es natürlich auch. Dafür herhalten muss der Bad Boy Logan Echolls, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Die anderen Charaktere, seien es ihr Vater Keith, ihr bester Freund Wallace, die leicht nerdige Mac oder Schulrebell Weevil, passen ebenfalls perfekt zur Serie. „Veronica Mars“ bietet eine perfekte Mischung aus Witz und Crimeelementen.

Kritik: „The Help“ von Kathryn Stockett

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Vor einiger Zeit drückte mir die Törtchentante mit dem Kommentar „Irgendwie passiert da nicht viel, trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen“ das Buch „The Help“ (im Deutschen auch unter dem Titel „Gute Geister“ bekannt) in die Hand. Ich hatte bereits von der Verfilmung gehört, war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht dazu gekommen, sie mir anzuschauen. Jetzt lag also das Buch vor mir. Die ersten Seiten waren ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn Kathryn Stockett — selbst in Mississippi aufgewachsen — versucht den Tonfall der schwarzen Haushaltshilfen nachzuahmen. Doch man gewöhnt sich schnell an die Wörter und Sätze in Umgangssprache.

Die Geschichte spielt in den 1960er-Jahren in einer Kleinstadt in Mississippi. Erzählt wird aus der Sicht der Haushaltshilfen Minny, Aibileen sowie der aufstrebenden (weißen) Nachwuchsreporterin Skeeter. Sie ist es auch, die mehrere Hausangestellte dazu bringt, anonym von ihren Erfahrungen mit ihren Auftraggebern zu berichten. Und so taucht man hinein in eine Welt, in der sich die ruhige und besonnene Aibileen um die Erziehung der kleinen Mae Mobley kümmern muss, da deren Mutter nur wenig mit ihr anfangen kann. Minny, das genaue Gegenteil von Aibileen, erweist sich als unerwartete Stütze für die nur wenig beliebte, leicht prollig und naiv wirkende Celia. An einigen Stellen muss man immer wieder den Kopf schütteln, wenn man sich vorstellt, dass es früher in einigen Haushalten so oder so ähnlich abgelaufen sein muss und wie wenig schwarze Frauen und Männer geachtet wurden. Am besten haben mir jedoch die Stellen gefallen, in denen Skeeter zu Wort kommt. „Mitzuerleben“ wie ihr nach und nach bewusst wird, wie oberflächlich ihre Freundinnen doch eigentlich sind, hat großen Spaß gemacht.

Die Törtchentante hat recht, viel passiert im Buch nicht. Aber das muss auch gar nicht immer sein. Hier geht es vielmehr um den Inhalt und nicht darum, wie viele Leute sterben, wer mit wem eine Beziehung anfängt oder wer die besten Intrigen spinnen kann. Einzig missfallen hat mir die Kuchengeschichte. Ich glaube nicht, dass es jemanden nicht auffallen würde, was und welchen Inhalt er da gerade verspeist. Da hätte sich Kathryn Stockett etwas Besseres einfallen lassen können.

P.S.: Den Film habe ich inzwischen auch gesehen. Doch er hat mir leider gar nicht gefallen (nein, nicht alle Literaturverfilmungen sind per se schlecht). Er war langweilig inszeniert und die Figuren waren total überzeichnet, besonders die der Celia.

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Kathryn Stockett, Gute Geister, erschienen im btb Verlag, € 9,99 [D]

Taschenbuch, Broschur, 608 Seiten, ISBN: 978-3-442-74508-1

Kritik: „Luther“ (die Serie, nicht der Film)

In den vergangenen Tagen und Wochen hat mich kein Buch oder Film so wirklich überzeugt (in Zukunft muss ich wohl wieder meine Filmklassiker hervorkramen). Und da ich nicht gerne über Bücher schreibe, die ich noch nicht ausgelesen habe (derzeit sind es „The Help“ von Kathryn Stockett und „Die Frauen von Savannah“ von Beth Hoffman), gibt es heute mal wieder eine Serienvorstellung, die an manche vielleicht vorbei gegangen sein mag, weil sie vom ZDF im Nachtprogramm versteckt wurde. Die Rede ist von der genialen BBC-Serie „Luther“, in der ein fantastisch aufspielender Idris Elba („The Wire“, „Thor“) den gleichnamigen Detective mimt. Er spielt den Ermittler, der sich mit Vorliebe mit seinen Vorgesetzten anlegt und die Regeln so auslegt, wie es ihm gerade passt, mit solch einer Intensität, dass man meinen könnte, die verschiedenen Situationen seien ihm selbst schon einmal passiert. Luther ist kein ruhiger, in sich gekehrter Ermittler, der sich auf seine Kombinationsgabe verlässt wie es vielleicht Patrick Jane in „The Mentalist“ macht, sondern jemand, der sich auch schon einmal gerne von seinen Gefühlen leiten lässt.

Ihre Spannung ziehen die einzelnen Folgen nicht aus den verschiedenen Verbrechen, sondern aus den unterschiedlichen Darstellern, die hervorragend ausgesucht wurden. Daher die Serie unbedingt im Original schauen (auch wegen der einfangenden Stimme Idris Elbas)! Besonders das perfide Katz- und Mausspiel zwischen Luther und Alice Morgan (Ruth Wilson), die sich als perfekte, wenn auch psychopatische Widersacherin entpuppt, hat es in sich und fesselt einen an den Fernseher. In ihr hat Luther seinen intellektuellen Gegenpart gefunden, denn wie bereits in der 1. Folge ersichtlich wird, hat Alice ihre Eltern ermordet. Doch Luther kann ihr nichts nachweisen. Im Laufe der ersten beiden Staffeln kreuzen sich immer wieder die Wege der Beiden (auch in der aktuell in Großbritannien gelaufenen dritten Staffel soll Alice wieder eine wichtige Rolle spielen). Die Zusammentreffen sind das Highlight der ganzen Serie!

Kritik: „Sons of Anarchy“

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Die Biker von SAMCRO (Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original) haben es mir angetan: Ich klebe förmlich vor dem Fernseher und fieber jeder neuen Folge entgegen. Meine Liebe zu Jax, Opie, Juice, Bobby und Co. geht sogar soweit, dass ich mir zum ersten Mal in meinem Leben ein Fan-T-Shirt zugelegt habe. Bei uns hat es jedoch wieder eine Weile gedauert, bis die Serie im Free-TV gezeigt wurde. Bereits 2008 ist „Sons of Anarchy“ in Produktion gegangen, doch erst 2012 hat Kabel 1 damit angefangen, die rund 45-minütigen Folgen auszustrahlen. Während wir hier gerade erst in den Genuss der dritten Staffel gekommen sind, startet in den USA am 10. September die sechste (!) Staffel. Gut, dass man sich bei Amazon UK günstig ausländische DVDs bestellen kann.

Was macht die Serie nun so besonders? Zum einen ist die Thematik endlich mal eine andere (keine Ärzte, keine Profiler, keine Ermittler), zum anderen zeichnet sie sich durch Spannung und Dramatik aus, denn immer wieder geraten die Sons in Streit mit verfeindeten Motorradgangs oder ausländerfeindlichen Gruppierungen. Auch die machthungrige FBI-Agentin June Stahl, die ihnen das Handwerk legen will, müssen sie sich vom Hals halten. Nebenbei zieht sich der Konflikt zwischen Jax und seinem Ziehvater Clay um die Ausrichtung des Motoradclubs durch die gesamte Serie und treibt die Dynamik zusätzlich an (Shakespeares Hamlet lässt grüßen). Auch die anderen Figuren möchte man gar nicht mehr missen. In der einen Minute liebt man Gemma für ihren Dickkopf, in deren anderen hasst man sie dafür aus vollem Herzen (mit dieser Rolle hat Katey Sagal endgültig ihr Peggy-Bundy-Image abgelegt). Tig wächst einem trotz seines Hitzkopfes und seinen manchmal recht wirren Aktionen an Herz, ganz zu schweigen vom treuergebenen und loyalen Chibs oder Serienliebling Opie. Trotz aller Gewalt, krummer Geschäfte und Intrigen muss man die Sons of Anarchy einfach gern haben. Der perfekte Soundtrack tut sein Übriges.

Kritik: „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Seit Ewigkeiten hat es endlich wieder ein Buch geschafft, dass ich mich darauf gefreut habe, abends vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten zu lesen. Als ich mir „Ein ganzes halbes Jahr“ aus der Bücherei ausgeliehen habe, habe ich eigentlich nicht allzu viel von dem Werk erwartet, da der Klappentext nicht unbedingt Lust auf mehr gemacht hat und die Ausgangssituation einem doch recht bekannt vorkommt: Lou verliert ihen Job im Café und landet daher als (Pflege-)Hilfe bei Will Traynor, der gelähmt im Rollstuhl sitzt. Klingt nach „Ziemlich beste Freunde“, ist es am Anfang auch. Doch die Vorzeichen sind andere. Ist der Film eher als Komödie angelegt, verfolgt das Buch von Jojo Moyes trotz einiger komischer Passagen einen etwas ernsteren Ton. Bitte nur weiterlesen, wer den Schluss kennt oder keine Probleme damit hat, dass ihm einige wichtige Details verraten werden. Ich finde bei diesem Buch kann man keine Rezension schreiben, ohne auch auf das Ende einzugehen.

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Lou versucht alles, um Will aus seiner Lethargie zu reißen und ihn von seinen Depressionen zu befreien. Sie plant Ausflüge, die zum größten Teil völlig schiefgehen und Will überhaupt nicht angenehm sind, weil er nicht von Außenstehenden angestarrt und bemitleidet werden möchte. Vielmehr vermisst er es weiterhin, dass er nicht mehr der agile Mann von früher sein kann, der sein Leben mit vollen Zügen genossen hat. Bereits vor der Anstellung von Lou hatte er daher beschlossen, nach einer halbjährigen, hauptsächlich seiner Familien zuliebe vereinbarten Überbrückungszeit das Angebot des in der Schweiz ansässigen Vereins Dignitas in Anspruch zu nehmen und mit deren Hilfe freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Es hat mich sehr gefreut, dass das Thema Sterbehilfe aufgegriffen wurde. Ich kenne bisher nicht viele Autoren, die sich an das Thema herangetraut haben. (Sehr zu empfehlen in diesem Zusammenhang ist der dokumentarische Bericht „Tanner geht. Sterbehilfe — Ein Mann plant seinen Tod“ von Wolfgang Prosinger).

Auf der einen Seite steht Lou, die nicht verstehen kann, dass Will nicht imstande ist trotz Behinderung die schönen Seiten im Leben zu entdecken. Auf der anderen Seite pocht Will auf sein Recht der Selbstbestimmung. Sehr gelungen fand ich, dass Moyes der Versuchung widerstanden hat, der aufkeimenden Liebesgeschichte ein Happy End zu bereiten. So hätte das Buch nur an Glaubwürdigkeit verloren. Zum Glück hat sie Wills Wunsch konsequent durchgezogen und somit gezeigt, dass nicht immer Liebe das Allheilmittel schlechthin ist. Will geht seine Würde — er kann im Gegensatz zu früher nicht mehr selbstständig für sich selbst sorgen und ist immer auf andere angewiesen — über seine Gefühle zu Lou, was sie zum Schluss letztendlich auch einsieht.

Einige Kritiker werfen Moyes vor, dass ihre Sätze keine Tiefe besitzen, sie sich einfachster Vokabeln bemächtigt und das Buch die Thematik Sterbehilfe nur an der Oberfläche behandelt. Das mag alles sein, dennoch hat es das Buch geschafft, mich zum Nachdenken anzuregen: Was würde ich machen, wenn ich in Wills oder Lous Situation wäre? Wenn es ein Buch schafft, dass man für einen kurzen Moment innehält und über seine Einstellung zu bestimmten Themen nachdenkt, dann ist es mehr als lesenswert — und wenn es nur als Einstieg zur weiterführenden Literatur dient.

Krtitik: „Ich — einfach unverbesserlich 2″

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Gestern haben es Monsieur Watson und ich nach einem halben Jahr (!) endlich mal wieder gemeinsam ins Kino geschafft. Während ich ja eher Dramen und skurrile Filme bevorzuge, mag er lieber Anime, Fantasy und Superhelden. Am Ende einigen wir uns dann meistens auf Komödien oder Animationsfilme. Wie praktisch, dass „Ich — einfach unverbesserlich 2″ beides miteinander kombiniert.

Wollte Gru noch im ersten Teil den Mond stehlen und zum größten Bösewicht aller Zeiten aufsteigen, schließt er sich nun der Anti-Verbrecher-Liga an, um einen neuen (oder doch altbekannten?) Schurken das Handwerk zu legen. Immer an seiner Seite die kleinen gelben Männchen, die wie die Hülle eines Ü-Eis mit Auge(n) und Brille aussehen und stets vergnügt vor sich her brabbeln (natürlich versteht man kein einziges Wort). Nebenbei lernt er noch die charmante, wenn auch leicht überdrehte Agentin Lucy kennen. Soweit zum Inhalt.

Ja, ich gebe es zu: Ich habe mich wie die meisten Leute bereits im ersten Teil direkt in die Minions verliebt. Und auch in „Ich — einfach unverbesserlich 2″ bilden sie das Herzstück des Films und sind immer für einen Lacher gut (dicht gefolgt von der kleinen Agnes mit ihrem übergroßen Sombrero und ihrer unbekümmerten Art). Beste Szene des Films: Die Minions schmettern „herzzerreißend“ eine Ballade inklusive bunter Blumenwiese und Leinenanzügen.

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Vielleicht bin ich so minionfixiert, dass sie meiner Meinung nach ruhig noch an einigen Stellen mehr im Film hätten auftauchen können. Ich glaube, das gesamte Kinopublikum hat eigentlich immer nur darauf gewartet, dass die kleinen Helferlein mit der blauen Latzhose ihren Auftritt haben. Aber keine Sorge, „Ich — einfach unverbesserlich 2″ liefert auch so Gags ohne Ende, denn die Macher wiederholen nicht einfach die Witze aus dem ersten Teil, sondern haben sich zum Glück neue Ideen einfallen lassen. Also kein billiger Abklatsch (wie es wohl beim demnächst startenden  „Planes“, dem Pendant von „Cars“, sein wird), sondern eine gelungene Fortsetzung. Reingehen!

Zum Schluss muss ich unbedingt eins noch loswerden: Warum schaffen es heutzutage einige Leute nicht einmal 90 Minuten lang nicht alle 5 Minuten auf ihr Handy zu starren und eine SMS oder Whats-App-Nachricht zu verfassen??? Was ist so wichtig, dass ihr es direkt im Kino beantworten müsst? Mein Vorschlag: Guckt euch den Film später einfach auf DVD an, wenn ihr eh nicht auf die Leinwand schaut. So nervt ihr wenigstens nicht eure Sitznachbarn!