Kritik: „Wir sind doch Schwestern“

Anne Gesthuysen „Wir sind doch Schwestern" erschienen im Piper Verlag

© Piper Verlag

Heute stelle ich euch seit Langem endlich wieder ein Buch vor. Da ich in letzter Zeit stark beruflich eingespannt war, habe ich es nur abends kurz vorm Schlafengehen geschafft, ein wenig zu lesen. Meine Wahl fiel auf „Wir sind doch Schwestern“ von Anne Gesthuysen. Ein gute Wahl, wie sich im Nachhinein rausstellte. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Getrud, Paula und Katty, die sich auf dem Tellemannshof treffen, um den 100. Geburtstag von Getrud zu feiern. Während der Vorbereitung kommen einige Begebenheiten aus der Vergangenheit erneut zur Sprache, die zum Zwist zwischen Getrud und Katty geführt haben. Getrud konnte ihren Verlobten Franz nicht heiraten, da dieser von seinem Bruder, dem Hofbesitzer Heinrich, quasi für den Krieg „freigegeben“ wurde. Heinrich gab an, ihn nicht für die Hofarbeit zu benötigen. Schließlich fällt Franz im Krieg. Heinrich war gegen eine Heirat der beiden, da er Getrud als nicht standeswürdig erachtete. Der eigentliche Konflikt zwischen den beiden Schwestern entsteht dadurch, dass die jüngere Katty von Heinrich auf dem Tellemanshof angestellt wird, als ihr Vater in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Katty und Heinrich, der eine politische Karriere anstrebt, verbindet eine besondere Freundschaft/Beziehung, die Getrud nicht gutheißt.

Wer jetzt ein Drama mit Tränen und Streitigkeiten ohne Ende erwartet, ist hier falsch. Vielmehr erzählt Anne Gesthuysen in ruhigen Worten und aus der Sicht der Schwestern die Geschichte . Wir bekommen einen intensiven Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Der Ton mutet locker-leicht an. Der Roman lässt sich wunderbar leicht lesen, also genau das Richtige, wenn man abends abschalten möchte. Viele passiert eigentlich nicht in „Wir sind doch Schwestern“, die Streitereien werden nur hier und da eingestreut. Es wird auf keine großen geschichtlichen Entwicklungen  eingegangen, obwohl Getrud in ihren 100 Lebensjahren einige Entwicklungen – seien sie politisch oder in gesellschaftlicher Hinsicht – durchgemacht haben muss. Einzige Ausnahme ist die Geschichte von Paula. Alles in allem bekommen wir eine Geschichte präsentiert, die sich angenehm lesen lässt, aber keine großen Emotionen hervorruft.

Anne Gesthuysen „Wir sind doch Schwestern“
erschienen im Piper Verlag
416 Seiten, Kartoniert
ISBN: 978-3-492-30431-3
€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
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