Römische Verhältnisse in Deutschland: Trier

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Als ich vor einigen Jahren mit Freunden im Silvesterurlaub war, ergab sich die Gelegenheit, einen Tagesausflug nach Trier zu unternehmen, der vermeintlich ältesten Stadt Deutschlands. Das wollte ich mir trotz Regen natürlich nicht entgehen lassen. Gestartet wurde selbstverständlich an der Porta Nigra. Das Schmuddelwetter hat dem aus Korderler Sandstein bestehendem, besterhaltenem römischen Stadttor den passenden Rahmen geboten. Durch die dunklen Lichtverhältnisse wirkte das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Bauwerk gleich noch ein wenig erhabener. Auf Besucher (und Feinde) muss das Tor in früherer Zeit bestimmt mächtig Eindruck geschindet haben.

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Weiter ging es hinein in die Innenstadt, vorbei am Dreikönigenhaus, ein frühgotisches Wohnhaus. Es entstand aus einem romanischen Wohnturm. Das Besondere an dem Gebäude ist, dass der Eingang bei der Erbauung in den ersten Stock gelegt wurde. Der Eingang konnte nur mithilfe einer Zugtreppe erreicht werden, die bei heranrückenden Feinden einfach eingezogen wurde. So konnte man sich auf einfache Weise vor Dieben schützen. Solche Wohntürme waren in Trier weit verbreitet. Das Dreikönigenhaus wurde vermutlich um 1230 errichtet, im 19. Jahrhundert wurde es umgebaut. Inzwischen befindet sich der Eingang wie gewohnt im Untergeschoss.

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Die Innenstadt überrascht mit zahlreichen farbenfrohen Gebäuden. Ein ziemlicher, aber dennoch angenehmer Kontrast zur Porta Nigra. Ein wenig befremdlich war es jedoch, dass in den unteren Etagen der altehrwürdigen Häuser verschiedenste Einkaufsläden Einzug erhalten haben. Die bunten Leuchtreklamen passten nicht immer zum Baustil. Aber gut, leer stehen können die Häuse auch nicht, denn sonst würde die Trierer Innenstadt vermutlich wirtschaftlich nicht gut dastehen. Heutzutage bleibt es halt nicht aus, in dieser Sache Kompromisse eingehen zu müssen.

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Am meisten gespannt war ich auf die Kaiserthermen, sind sie doch Zeuge der römischen Baukunst. Nachdem Trier im 4. Jahrhundert zur Kaiserresidenz aufgestiegen war, sollten auch die einzelnen Gebäude diesen Status wiederspiegeln. In diesem Rahmen wurde mit dem Bau der Kaiserthermen begonnen, der jedoch bald ins Stocken geriet. Nach mehreren Jahren wurde einige Bereiche wieder abgerissen und der Rest als Empfangs- oder Exerzierhalle erbaut. Ihre eigentliche Funktion, die eines öffentlichen Bades, haben die Kaiserthermen nie aufgenommen. Nach einer wechselvollen Geschichte, u. a. der Umbau des Hauptgebäudes zur Alderburg, können heute noch weite Teile der Anlage besichtigt werden. Selbst die unterirdischen Bedienungsgänge und Abwasserkanäle sind noch erhalten und können erlaufen werden. Den Besuch der Kaiserthermen sollte man beim Trierbesuch nicht auslassen!

Natürlich haben wir an einem halben Tag nicht alles von Trier gesehen, dennoch lohnt ein Besuch der Stadt allemal, und sei es nur für wenige Stunden.

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2 Gedanken zu “Römische Verhältnisse in Deutschland: Trier

    • Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich beides aufgrund der mangelnden Zeit nicht besichtigt habe (ein anderes Grüppchen war jedoch kurz in der Basilika). Wollte in dem Beitrag über keine Sehenswürdigkeiten berichten, die ich mir nicht selbst angeschaut habe. Vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Mal, den beiden Sachen einen Besuch abzustatten.

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