Immer eine Reise Wert: Sizilien (Teil 3)

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Weiter geht es mit unserer Reise durch Sizilien. Ich hoffe, ihr habt schon einmal von Taormina gehört, denn die Stadt solltet ihr auf eurer Rundreise nicht verpassen. Die Innenstadt liegt ein wenig höher, sodass man von den verschiedenen Aussichtsplattformen wunderbar auf das türkis-blaue Meer schauen und bei gutem Wetter in der Ferne den Ätna ausmachen kann. Touristenmagnet ist natürlich das gut erhaltene antike Theater. Hier kann man sich nach Herzenslust auf den Steinsitzen niederlassen und sich in vergangene Zeiten träumen, als in dem Theater noch Aufführungen oder zeitweise gar Gladiatorenkämpfe stattfanden, oder aber man erkundet auf eigene Faust die ziemlich verwinkelte Anlage. Natürlich hat auch Taormina wie fast jede italienische Stadt einige imposante Kirchengebäude zu bieten. Doch die haben wir bei unserer Erkundungstour ausgelassen und haben uns stattdessen ein leckeres Mittagessen gegönnt. Wunder euch nicht, wenn auf der Rechnung der Posten „Coperto“ aufgelistet wird. Hiermit ist das Gedeck (und in Einzelfällen auch der Sitzplatz und das Brot) gemeint. In Italien ist es üblich, dass dies extra aufgeführt bzw. bezahlt werden muss. Daher nehmen viele Italiener ihr Frühstück auch im Stehen ein.

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Mit dem Auto gelangt man von Taormina innerhalb von rund 40 Minuten zur Gole dell’Alcantara. Das Besondere an den Schluchten ist, dass sich das kristallklare Wasser in das umgebende Lavagestein gefressen hat — und das nicht erst seit gestern, sondern seit über Tausend Jahren. Das Lavagestein wirkt auf den ersten Blick ziemlich unecht, fast so, als hätte jemand aus Pappmaché eine Wand nachgemalt. Im vorderen Teilstück der Schlucht, die natürlich Eintritt kostet, kann man sogar baden. Aber vorsicht: Das Wasser ist eiskalt! Wir haben uns trotz Hitze gerade einmal mit den Füßen hereingetraut. Gegen einen kleinen Beitrag kann man sich auch Gummistiefel ausleihen, um ein wenig länger durchs Wasser warten zu können. Einem Flyer konnte ich entnehmen, dass an bestimmten Tagen auch eine Raftingtour oder eine kleine Führung angeboten werden. Rund um die Schlucht führt ein kleiner Wanderweg entlang, der den Blick auf eine außergewöhnliche Flora und Fauna freigibt.

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Nun zu meinem letzten Ausflugstipp auf Sizilien, die Liparischen Inseln (auch als Äolische Inseln bekannt). Am einfachsten ist es, wenn man den Trip über eines der zahlreichen Schiffsunternehmen bucht. Am häufigsten wird die Route „Lipari & Vulcano“ angeboten. Diese kostet im Schnitt 40 €. Die restlichen Inseln zusätzlich zu erkunden kostet natürlich erheblich mehr. Gestartet wird von einem der vielen Häfen auf Sizilien. In meinem Fall war es der von Capo D’Orlando (in den früheren Monaten, wenn noch nicht so viele Touristen da sind, werden nur größere Häfen wie Milazzo und Palermo als Abfahrtsort angeboten). Die Hauptinsel Lipari bietet einen niedlichen Stadtkern und ein sehr interessantes archäologisches Museum, inklusive eindrucksvollen Funden u. a. aus der Zeit der griechischen Besetzung. Auch die Reste einer Therme kann man dort bestaunen. Vulcano mit seinem inaktiven Stratovulkan ist nur für diejenigen interessant, die im so genannten Toten Feld ein Bad im schwefelhaltigen Meer nehmen möchten. Das soll ja angeblich gesund sein. Doch dafür muss man schon ein wenig wagemutig sein, da man auch noch Tage danach den Geruch nach faulen Eiern, der die Insel umweht, versprüht. Wir haben uns stattdessen an den Strand begeben, bis das Schiff wieder vom Hafen ablegte (da die Inseln nicht allzu groß ist, blieb uns keine andere Möglichkeit).

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Nachtrag Dezember 2014: Im September habe ich der Gole dell’Alcantara noch einmal einen Besuch abgestattet, um Bodyrafting auszuprobieren (Kosten 40 €). Ausgestattet mit Neoprenanzug, Wasserschuhen, Helm und Schwimmweste ging es hinein ins eiskalte Wasser. Die niedrigen Temperaturen sind selbst durch den Neoprenanzug noch deutlich zu spüren. Um mit der Strömung schwimmen zu können (schwimmen ist eigentlich das falsche Wort, die Kraft des Wassers ist derart groß, dass man eigentlich nur mitgerissen wird), legt man sich mit dem Rücken aufs Wasser, macht sich relativ lang und verschränkt die Arme auf der Brust. Ich habe selten so etwas Anstrengendes gemacht, es ist sauschwierig die Richtung zu halten, sich zeitweise nicht zu verschlucken oder gegen die Steine zu stoßen. Selbst die Männer unter uns waren nach den 1,5 Stunden mit ihren Kräften am Ende und froh, dass es vorbei war. Ich weiß nun, wie gefährlich Strömungen sein können, selbst für erfahrene Schwimmer. Es war eine Erfahrung Wert, aber noch einmal würde ich es nicht machen.

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