Immer eine Reise wert: Sizilien (Teil 1)

Was wird nicht alles über Sizilien geschrieben und behauptet: Auf der Insel ist quasi jeder Zweite ein Mafiamitglied, die Müllberge tummeln sich meterhoch und die Armut ist in jedem Winkel spürbar. Bei meinen häufigen Besuchen verschiedener Städte habe ich davon jedoch nicht allzu viel mitbekommen. Na gut, in den Bergen wird von einigen Bewohnern immer noch gerne der Müll achtlos entlang der Serpentinen oder immensen Obst- und Gemüsehainen entsorgt.

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Leider kenne ich hauptsächlich nur den östlichen Teil der Insel, doch der hat es in sich. Sobald man in Palermo oder Catania aus dem Flugzeug steigt, taucht man in eine komplett andere (klimatische) Welt ein. Vorbei sind Schwüle und drängende Hitze, wie wir sie aus Deutschland kennen, stattdessen empfängt einen eine angenehme Wärme, die einem auch Raum zum Atmen lässt. Die Menschen auf der Insel haben das Dolce Vita perfektioniert und lassen einem gerne an ihrem Leben teilhaben. Die Sizilianer sind offen, herzlich und kommen gerne mit anderen Leuten ins Gespräch. Am besten funktioniert dies bei einem Gläschen Granita, einer Spezialität des Südens (im Norden Italiens bekommt man häufig nur einen billigen Abklatsch in Form einer Fertigmixtur geboten, die an einen Slush-Drink erinnert). Für die Granita werden z. B. Erdbeeren oder Zitronen ausgepresst und der Saft weiterverarbeitet. Der aufgekochte und mit Zucker leicht gesüßte Saft wird so lange in den Tiefkühlschrank gestellt, bis er halbgefroren ist. Danach wird er kurz püriert. Das grobkörnige Getränk wird üblicherweise mit einem Brioche serviert und ist das beste Gegenmittel gegen die hohen Temperaturen.

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Dank der langen Sonnenstunden schmecken das Obst und Gemüse, das zahlreich am Straßenrand zum Verkauf angeboten wird, einfach nur himmlisch — nicht zu vergleichen mit unseren Ernten. Dies spürt man nicht nur in der Granita, sondern auch in den leckeren Soßen, Pasta- oder Reisgerichten. Unbedingt sollte man eins der zahlreichen Auberginenrezepte probiert haben. Auf Schleckermäuler warten in der für Sizilien typischen Pasticceria Köstlichkeiten wie Cannoli (frittierte Röllchen, die am liebsten mit Schokolade, Ricottacreme und kandierten Früchten gefüllt werden), Sfogliatelle, die an kleine Muscheln erinnern, oder schlicht und einfach die wie Croissants aussehenden Cornetti, die im Kern mit Marmelade (Aprikose), Schokolade oder anderen Cremes aufwarten. Die bereits oben angesprochenen Brioches übernehmen auf Sizilien noch eine ganz andere Funktion: Liebend gern werden die Eisbällchen, die übrigens nicht mit einem Eisportionierer aufgetragen, sondern eher gespachtelt werden, zwischen die süßen Teilchen geschmiert. Während wir hier inzwischen mit ausgefallenen Eiskreationen wie Lakritz-, Lavendel- oder Karotteneis überhäuft werden, konzentrieren sich die Verkäufer in der hiesigen Gelateria in der Regel auf klassische Sorten wie Schokolade, Erdbeer, Stracciatella und Nuss. In fast jeder Eisdiele wird zudem auch das beliebte Dessert Zuppa inglese als Eis angeboten.

Nachdem ich euch heute die Insel ein wenig von ihrer kulinarischen Seite vorgestellt habe, geht es demnächst mit Palermo, Taormina, Lipari, Vulcano, Monreale und den Alcantara-Schluchten (Gole dell’Alcantara) weiter.

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