„Hattingen hat Flair“

Wie jeder weiß, hat auch Deutschland schöne Ecken zu bieten. Und damit meine ich nicht touristisch überlaufene Städte wie Berlin, München und Hamburg, sondern vielmehr die kleinen Städte und Orte, die bei der Reiseplanung schnell einmal übersehen werden, obwohl sie doch eigentlich recht schön sind. Daher habe ich mit einer Freundin beschlossen — fortan die Törtchentante genannt (ja, sie backt genauso gerne wie ich, wenn nicht sogar noch lieber) —, dass wir uns diese kleineren Städtchen mal etwas genauer ansehen.

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Gesagt, getan. Als erstes haben wir uns für Hattingen entschieden, das in seiner Broschüre mit dem Slogan „Hattingen hat Flair“ wirbt. Der Ort ist aufgrund des ehemaligen Hüttenwerks Henrichshütte ja allgemeinhin eher als Industriestadt bekannt. Also waren wir ziemlich gespannt, was uns im Endeffekt erwarten würde. Heruntergekommene Arbeiter-siedlungen? Aufgeforstete Halden?

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Das Gute vorweg: Nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt findet man ohne Probleme genügend kostenlose Parkplätze. Am Anfang war ich ein wenig überrascht, denn die Altstadt erinnert so gar nicht ans Ruhrgebiet mit seinen typischen, leider stets etwas trostlos wirkenden Innenstädten. Fachwerkhäuser säumen überwiegend die Gassen, in den verwinkelten Straßen wechseln sich historische Gebäude mit liebevoll eingerichteten Geschäften ab, an allen Ecken und Enden laden urige Kneipen und Restaurants dazu ein, zwischendurch ruhig mal ein Päuschen zu machen. Klarer Pluspunkt von Hattingen: Autos sind im Stadtkern verboten. Dennoch sollte man stets die Augen aufhalten, denn das Kopfsteinplaster bietet die ein oder andere Stolperfalle. Also innerhalb der Altstadt beim Gehen schön brav die Füße heben.

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Zu besichtigen gibt es in Hattingen natürlich auch einiges. Da wäre zum Beispiel der einladende Haldenplatz oder das Alte Rathaus, durch dessen Torbogen man innerhalb von Sekunden auf die andere Seite des Gebäudes gelangt. Vom ehemaligen Stadtweinhaus, in dem die Renten- und Kaufverträge üblichweise mit einem Schlückchen Wein feierlich abgeschlossen wurden, ist leider nichts mehr zu sehen. An dieser Stelle steht nur noch der Glockenturm der späteren Johanniskirche, die im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstört wurde.

Für leicht verwirrte Blicke sorgt wohl bei Besuchern aus nah und fern die evangelische St.-Georgs-Kirche. Sie wurde absichtlich schief gebaut, um den West- sowie Südwestwinden standhalten zu können. Auch Gebäude wie das Bügeleisenhaus aus dem 17. Jahrhundert hat man noch nicht allzu oft gesehen. In der Wahl der gesamten Einrichtung muss man hier als Bewohner früher wohl ziemlich eingeschränkt gewesen sein. Inzwischen ist dort das Heimatmuseum des örtlichen Heimatvereins eingezogen. Ich glaube nicht, dass sich die einzelnen Mitglieder allzu große Gedanken, um die Anordnung der Möbel machen 😉

Wenn wir schon einmal in Hattingen waren, wollten wir auch direkt noch die nah gelegene Burg Blankenstein besuchen. Sie wurde 1227 errichtet und zählte bereits kurze Zeit später zu den vier Hauptburgen der Grafschaft Mark. Heute kann man dort u. a. im burgeigenen Restaurant speisen (laut Karte werden dort auch Ritteressen angeboten) und den Torturm begehen. Bei guten Wetter kann man herrlich über Hattingen und das Ruhrtal blicken. Der Törtchentante ist dieser wunderbare Schnappschuss gelungen (entfaltet leider erst seine volle Wirkung, wenn man das Bild anklickt und vergrößert):

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Einmal im Besichtigungsrausch, ließen die Törtchentante und ich es uns nicht nehmen, auch noch zum Haus Kemnade im Stadtteil Blankenstein weiterzufahren. Meiner Meinung nach eines der schöneren Wasserschlösser in Deutschland. Wir hatten Glück und sind noch kurz vor Ende der Öffnungszeit dort angekommen. So konnten wir noch schnell einen Blick auf die historischen Musikinstrumente werfen. Im Haus Kemnade kann seit einigen Jahren auch geheiratet werden. Bei der schlichten, aber dennoch irgendwie anziehenden Schlosskapelle, die wir im Vorbeigehen ebenfalls betrachten konnten, sowie dem gesamten Drumherum, u. a. der schöne Innenhof, gerät man schon ins Träumen…

© alexentdecktdiewelt.wordpress.com

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s